Ernährungskonzepte im Kindesalter

Ein Gerichtsurteil im August inspirierte mich zu der Kolumne Ernährungskonzepte im Kindesalter. In Austalien wurde ein Elternpaar verurteilt, weil sie durch die vegane Ernährung ihrer Tochter an ihrer Unterentwicklung Schuld trugen. In den ersten 1,5 Jahren bekam das kleine Mädchen keinerlei tierische Produkte zu Essen. Sie wurde unter anderem mit Obst, Haferflocken, Tofu, Brot, Erdnussbutter und Reismilch ernährt. Diese Ernährung endete allerdings in einer extremen Unterentwicklung. Das Eineinhalbjährige Kleinkind ist heute auf dem Entwicklungsstand eines 3 Monate alten Babys ist.

Als ich das gelesen hatte, fehlten mir erst einmal die Worte. Mir ist durchaus klar, dass immer mehr Menschen sich mit ihrer Ernährung, und ggf. auch der Ernährung der Kinder, beschäftigen. Auch, dass dabei Ernährungskonzepte in die ein oder andere Richtung verfolgt werden ist bekannt. Dass Eltern jedoch so fahrlässig an der Wahrheit vorbeischauen können, dass das Ernährungskonzept ihrem Kind ganz offensichtlich schadet, das schockierte mich.

Kann man ein vegetarisches oder veganes Ernährungskonzept für ein Kleinkind rechtfertigen?

Grundsätzlich lässt sich natürlich zunächst einmal diskutieren, ob Kleinkinder sich überhaupt schon nach einem restriktiven Ernährungskonzept richten sollten. Beziehungsweise lautet die Frage vielleicht eher: Sollen Eltern ihre Kinder bereits so früh in eine gewisse Richtung erziehen? Das bleibt letztendlich natürlich jedem selbst überlassen. Trotzdem wäre mein persönlicher Ansatz eher, dem Kind erst einmal alle Möglichkeiten offen zu halten. Es sei denn es besteht eine Unverträglichkeit oder gewisse Lebensmittel beeinflussen die Entwicklung des Kindes definitiv negativ. Dabei ist es aus meiner Warte trotzdem möglich dem Kind auf sanfte Weise gewisse ethische Grundsätze zu vermitteln. Macht man dies erfolgreich, entscheidet sich das Kind vermutlich selbst für ein Ernährungskonzept.

Schaden Ernährungskonzepte Kindern grundsätzlich?

Das kann man nicht pauschal sagen, ich würde aber die These aufstellen, je extremer das Konzept ist, desto riskanter ist es auch für Kinder. Warum? Denn sehr restriktive Ernährungskonzepte in Kombination mit zu wenig Wissen darüber können nicht nur schädlich für Kinder, sondern auch für Erwachsene sein. Der menschliche Körper braucht gewisse Nährstoffe und Vitamine und wenn man auf gewisse Lebensmittel verzichtet, muss man sich gut auskennen aus welchen Produkten sich diese Stoffe noch beziehen lassen, um einen Mangel zu vermeiden. Das gilt für groß und klein.

Gibt es „die eine“ gesunde Ernährungsform für Kinder?

Jedes Elternpaar entscheidet in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder über deren Ernährung und trifft dabei mannigfaltige Entscheidungen. Unterschiede in Bezug auf die Ernährung gibt es bei den Aspekten der Qualität, der Auswahl, der Menge, der Regelmäßigkeit, und, und, und. Es gibt definitiv Empfehlungen für eine gesunde Ernährung für Kinder und einiges davon ist wissenschaftlich belegt und sollte beachtet werden. Anderen Ernährungsratschlägen kann man folgen, muss man aber möglicherweise nicht und es wird letztendlich vielleicht keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Also würde ich dafür plädieren, dass es einerseits einige Grundregeln einer gesunden Ernährungsform für Kinder gibt, die befolgt werden müssen. Auf der anderen Seite liegen viele Aspekte in dem persönlichen Ermessen der Eltern, die das Kind in die eine oder andere Richtung beeinflussen werden.

Bei der Ernährung von Kindern  sollte vor allem immer und ohne Ausnahme das Kindeswohl an erster Stelle stehen. Die Gesundheit und Entwicklung eines Kindes zu gefährden ist keine Option, auch wenn dahinter möglicherweise ökologische und ethisch wertvolle Absichten stecken. Ob sich restriktive Ernährungskonzepte im Kindesalter bei Kleinkindern prinzipiell negativ auswirken kann ich nicht sagen. Sicher ist jedoch, dass ein sehr gutes Know How rund um das Ernährungskonzept zwingend notwendig ist.

Viele Grüße,

Deine Marie

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