Kuhmilch – ein umstrittenes Nahrungsmittel

 In Marie's Kolumne

Eigentlich dachte ich die Diskussionen über vegane Ernährung seien vorbei, die Argumente dafür und dagegen hinreichend ausdiskutiert. Trotzdem kam ich letztens mit einer Kollegin auf den Konsum von Kuhmilch zu sprechen. Ihre Position: „Kuhmilch sei nicht natürlich und der menschliche Körper könne sie nicht richtig verarbeiten!“.

Hat sie Recht? Was spricht gegen und was für den Konsum? Ich habe mich mal ein bisschen schlau gemacht und versuche Dich im Folgenden über die wichtigsten Argumente ins Bild zu setzen.

Welche Inhaltsstoffe findet man in Kuhmilch?

Kuhmilch enthält sowohl ungesättigte, als auch gesättigte Fettsäuren, Milchzucker, Eiweiße, Mineralstoffe und Vitamine. Circa 5% der Milch bestehen aus dem Milchzucker Laktose, gefolgt von 4 % Fettanteilen und 3 % Proteinen. Zudem sind in der Milch 15 von 20 wichtigen Vitaminen zu finden, von Vitamin A, über Vitamin B2, bis hin zu Vitamin D. Weiterhin findet man Magnesium, Phosphat, Jod, Zink, Kalium, Eisen, Mangan, Kobalt und eine relativ hohe Menge an Calcium in der Milch.

Welche Arten Kuhmilch gibt es?

  • Rohmilch: frische Kuhmilch, die aus Hygiengründen jedoch nur direkt von Bauern auf ihren Höfen verkauft werden darf.
  • Frischmilch: Frischmilch wurde immer pasteurisiert, also 15-30 Sekunden auf 72-75 Grad erhitzt, sodass sie etwas 8 Tage gekühlt haltbar ist.
  • ESL Milch: hat die Frischmilch vor einigen Jahren unbemerkt in den Supermarktregalen abglöst. ESL Milch wird kürzer, aber stärker erhitzt und somit ungeöffnet und gekühlt circa 3 Wochen haltbar gemacht.
  • H-Milch: die H-Milch wird sehr heiß auf eta 135 °C für 1-2 Sekunden erhitzt und bleibt so bis zu 6 Monate frisch. Dabei gehen allerdings bis zu 15% mehr Nährstoffe verloren als bei der ESL und Frischmilch.

Argumente für und gegen den Konsum von Kuhmilch?

ProsCons
Schutz vor DarmkrebsÜbermäßiger Milchkonsum (>1,25 l pro Tag)
fördert Prostatakrebs
Kuhmilch kann beim Abnhemen unterstützenKuhmilch hat im Gegensatz zu pflanzlicher Milch einen relativ hohen Fettgehalt
Calciumgehalt von 31% Etwa 250 Mikropartikel microRNA sind in Milch zu finden und können Auswirkungen auf unsere Gene haben
Evolutionstechnisch gesehen gehören zuminest Mutter- und Rohmilch zu den dem Körper bekannten SubstanzenÜbermäßiger Kuhmilchkonsum kann zu einer Laktoseintoleranz führen

Welche Alternativen gibt es zu Kuhmilch?

  • Sojamilch: weit verbreitet, aber relativ hohes Allergenpotenzial. Starker Eigengeschmack.
  • Reismlich: leicht wässrig mit einer angenehmen Süße, optimal für Allergiker jeglcher Art.
  • Mandelmilch: besonders gern in Kaffe genutzt, leichter Mandelgeschmack.
  • (Hafermilch): ist NICHT glutenfrei, schmeckt wohl relativ stark nach Getriede.
  • Kokosmilch: lecker, leicht exotisch, besonders für Müsli toll.

Was ist denn nun die richtge Antwort?

Meiner Meinung nach kann man es nicht wirklich sagen! Hinzu kommt, dass es sehr schwer ist wirklich neutrale Quellen oder Studien zu finden. Denn sind wir doch ma ehrlich: Eine Studie eines Milchproduzenten wird wohl kaum vom Milchkosnum abraten, genau wie ein veganes Forum eher die Argumente gegen Kuhmilch auflistet.

Festhalten kann man dennoch, dass Kuhmilch je frischer, desto gesünder ist. Grundsätzlich enthält die Milch viele gesunde Nährstoffe, es kommt dann jedoch noch auf Faktoren wie die Qualität und die Menge des Konsums an. Ich bin in einem Artikel auf die Aussage gestoßen, dass es ja eher um die Frage gehen würde, ob Milch wirklich das Allerheilmittel sei und nicht ob Milch gesund wäre. Diese Aussage stütze ich persönlich zu 100%. Ist Milch der Calcium Lieferant schlechthin? Nein, Mineralwasser z.B. hat teils einen höheren Calciumgehalt! Macht es die Milch deswegen zu einem ungesunden Lebensmittel? Nein.

Wieder einmal musst Du für Dich selbst abwägen, welche Argumente Dich am Ehesten überzeugen!

Meiner Meinung nach passt auch zu dieser Diskussion die Einstellung „Alles in Maßen“. Ich esse Müsli beispielsweise nur mit Soja- oder Mandelmilch und auch Pancakes backe ich meistens mit einer pflanzlichen Milch. Trotzdem könnte ich nie auf Kuhmilch in meinem Kaffee verzichten.

Ob es nicht besser wäre vorsichtshalber komplett auf pfanzliche Milch umzusteigen? Möglich ist es, das kann ich nicht beurteilen. Auf der anderen Seite haben Generationen vor uns Jahrzehnte lang Milch getrunken und trotzdem teils ein hohes Alter erreicht. Ein beruhigender Gedanke, findest Du nicht auch?

Ich hoffe, ich habe Dir jetzt nicht zu sehr das Ohr abgekaut und Dir einfach einen Denkanstoß gegeben, mal wieder einen Aspekt Deiner Ernährung bewusst zu beleuchten.

Viele Grüße,

deine Marie

Neuste Beiträge

Schreibe einen Kommentar:

panista-blog-maries-kolumne-lebensmittelindustrie