Diagnose Zöliakie – Tipps für die glutenfreie Umstellung

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Die Diagnose einer Zöliakie stellt viele Neubetroffene erst einmal vor große Herausforderungen. Das Klebereiweiß Gluten ist den Meisten eher weniger geläufig, geschweige denn, dass Kenntnisse über glutenhaltige Lebensmittel vorhanden sind. Auch die Krankheit selbst wirft viele Fragen auf. Wie gefährlich sind Diätfehler? Muss sich jetzt mein ganzes Leben ändern? Kann ich trotzdem noch auswärts essen gehen? Im Folgenden möchte ich dir einfach ein paar Tipps geben, die dir Umstellung auf die glutenfreie Diät helfen sollen. Natürlich sind diese Tipps auch für Betroffene einer Weizensensitivität oder Glutenunverträglichkeit nützlich.

Informationen, Informationen, Informationen

Das A und O nach der Diagnose ist es tatsächlich sich erst einmal im Detail mit dem Krankheitsbild und der glutenfreien Diät auseinanderzusetzen. Dabei empfehle ich dir grundsätzlich nur wissenschaftlich recherchierte Beiträge zu lesen, um Fehlinformationen und übertriebene Aussagen zu vermeiden. Gute Quellen sind dafür z.B. die Deutsche Zöliakiegesellschaft (DZG) oder die Celiac Disease Foundation. Auch muss dir klar sein, dass sich das Krankheitsbild bei jedem Betroffenen etwas anders äußern kann. Während einige Patienten z.B. auf kleinste Kontaminationen reagieren, merken andere Patienten gar nichts. Das ändert allerdings nichts daran, dass Gluten für alle Zöliakiepatienten schädlich ist.

Austausch ist wichtig

Gemeinsam sind wir stärker! ich rede hier nicht einmal von Gesprächsgruppen oder glutenfreie Freizeiten (auch wenn es Beides gibt), sondern eher sich über simpele Dinge mit anderen Betroffenen auszutauschen. Das kann in Form von Gesprächen geschehen, aber natürlich auch beim Lesen z.B. dieses Blogbeitrags. Du kannst viel von den Erfahrungen langjähriger Betroffener lernen und dich inspirieren lassen. Denn das muss hier schon gesagt werden: Zöliakie bedeutet nicht Lebensqualität Verlust! Es kann sogar Spaß machen sich zunehmend mit der eigenen Ernährung auseinanderzusetzen.

Kreativ werden

Die Diagnose Zöliakie zwingt alle Betroffenen zum Umdenken. Die Frage „Ist das glutenfrei?“ wird ab dann vor jedem Lebensmittelkauf und jedem Gericht in deinem Kopf auftauchen und es ist für deine Gesundheit wichtig sie zu klären. Ich gebe zu, diese Frage ist etwas lästig aber alle Gedanken danach können dir ganz neue Möglichkeiten eröffnen. „Welches neue Gericht könnte ich mit den natürlich glutenfreien Kartoffeln kochen?“ „Verarbeitete Lebensmittel enthalten viel häufiger Gluten, da ergibt es für mich doch mehr Sinn mit frischen Lebensmitteln zu kochen.“ Auch Herausforderungen können mit Kreativität begegnet werden. “ Im Hotel kann ich den Toaster nicht benutzen, kein Problem – ab in den Koffer mit meinem Eigenen!“ “ Ich finde nirgendwo leckeren glutenfreien Stuten, na gut backe ich halt selbst welchen!“ Lass dich auf deine glutenfreie Diät ein! Sieh sie nicht als Einschränkung, sondern als Möglichkeit!

Routinen und eine gute Planung helfen

Neben der Aneignung von themenspezifischem Wissen wird dir die glutenfreie Diät auch mit Routinen und einer guten Planung leichter fallen. Mach es dir z.B. zur Gewohnheit, dass du immer einen glutenfreien Snack in der Tasche hast. So kommst du nie in die Zwickmühle wegen Hunger bei einer Aktivität auszusetzen. Außerdem hilft es, wenn du mitdenkst und deinen Alltag etwas mehr planst. Du bist eingeladen und ihr wollt gemeinsam als Vorspeise Bruschetta machen. Nimm glutenfreies Brot mit, auch dir steht eine Vorspeise zu! Und vielleicht auch noch einen glutenfreien, alkoholischen Drink, denn deine Freunde sind Biertrinker, da kannst du nicht mitziehen. Auch bei Urlauben kann eine gute Recherche vorab Gold wert sein! Die meisten Städte & Länder haben mehr glutenfreie Optionen zu bieten, als du denkst – man muss nur wissen wo sie sind!

Geh offen mit deiner Unverträglichkeit um und steh dazu

Der zweite Appell „dazu stehen“ richtet sich vor allem an junge Leser. Ich kann mich gut erinnern wie „uncool“ es war, dass ich kein Bier mittrinken konnte. Auch bei einigen Partysnacks konnte ich nicht mitziehen und der Burger nachts bei MC’s fiel auch für mich flach. Lass dir gesagt sein: Alles egal! Es geht um deine Gesundheit und die sollte dir und auch all deinen Freunden wichtiger sein als der „Cooleness Faktor“. Für Betroffene aller Altersklassen würde ich außerdem die Empfehlung geben, die Unverträglichkeit offen zu kommunizieren. Somit machst du direkt klar, dass deine glutenfreie Diät medizinisch notwendig ist und minimierst damit die Kontaminationsgefahr. Außerdem werden die Leute im Allgemeinen so für das Thema sensibilisiert, eine Entwicklung, die allen Zöliakiebetroffenen nur zu Gute kommen kann!

Keine Krankheit ist wünschenswert, das ist vollkommen klar. Aber mit der Diagnose Zöliakie kann man wirklich gut leben und bei Einhaltung der Diät auch ein langes, gesundes Leben führen. Sieh es mal so, von allen Stoffwechselkrankheiten, die dich so hätten treffen können, ist Zöliakie so mit die Harmloseste. Bei mir wurde mit 2 Jahren Zöliakie diagnostiziert und eins kann ich ganz sicher sagen: Die glutenfreie Diät macht mein Leben auf keinen Fall schlechter und es ist gar nicht so schwer sie konsequent durchzuziehen 🙂

Falls du irgendwelche Fragen zu dem Thema Diagnose, Krankheitsbild oder glutenfreie Diät hast, kannst du gerne einen Kommentar da lassen oder an backstube@panista.de schreiben.

Liebe Grüße,

Deine Marie

PS: Ein Tipp, der für dich gerade zu Beginn auch nützlich sein könnte ist die Übersicht von Lebensmitteln mit verstecktem Gluten.

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