Gluten – News rund um das Klebereiweiß

Heute möchte ich Dir einfach mal zum Thema Gluten – News rund um das Klebereiweiß – drei Neuigkeiten vorstellen, von denen Du vielleicht noch nicht gehört hast. Egal, ob Du Dich erst seit Kurzen glutenfrei ernährst oder schon lange mit der Diät lebst, immer wieder gibt es medizinische Neuigkeiten und Durchbrüche. Schritt für Schritt werden Rätsel um das Klebereiweiß gelöst und es wird der Forschung bestimmt eines Tages gelingen, eine Art Lactostop für Gluten zu entwickeln. Auf dem Weg dahin ist die Medizin schon. Wusstest Du, dass…

…Glutenhaltige Kost in den ersten Lebensjahren das Zöliakie Risiko erhöht?

Eine aktuelle, internationale US Kohortenstudie ergab, dass Kinder, die eine genetische Veranlagung für Zöliakie aufweisen und wahrscheinlicher erkranken, wenn sie in ihren ersten Lebensjahren glutenreiche Nahrung zu sich nehmen. Die verantwortlichen Gene dafür sind die sogenannten HLA-Antigene. Im Zusammenhang mit einer Diabetesstudie wurden über 5 Jahre hinweg Kinder mit erhöhten HLA Antigenen beobachtet und regelmäßig auf Transglutaminase (tTG)-Antikörpern getestet. Durch diese Forschung konnte eine starke Korrelation zwischen dem Verzehr glutenreicher Lebensmittel im Kleinkindalter und dem Ausbruch der Zöliakie festgestellt werden. Bereits bei 1 Gramm Gluten pro Tag in den ersten Lebensjahren erhöht sich das Risiko einer sogenannten Serokonversion, ergo der Entwicklung einer Unverträglichkeit, um 30%. (Quelle: JAMA 2019; 322: 514-523)

… die Deutsche Zöliakiegesellschaft (DZG) aktuell Probanden für die Tests eines Zöliakie Medikaments sucht?

Weiterhin sucht die DZG Teilnehmer für die Wirksamkeitsstudie eines neuen Zöliakiemedikaments. Dieses Medikament ist ein Hemmstoff der oben angesprochenen tTG Antikörper. Diese Antikörper sind hauptsächlich an der Aktivierung des Glutens in der Darmschleimhaut beteiligt. ‚Werden sie blockiert, kann keine Aktivierung der T-Zellen im Darm durch Gluten in Gang gesetzt werden und die Entzündung sollte ausbleiben.‘ An mehreren europäischen Kliniken werden Phase 2 Tests durchgeführt, bei denen die Probanden für 6 Wochen sowohl das Medikament als auch 3 Gramm Gluten zu sich nehmen. Diese geringe Menge des Klebereiweiß sollte keine relevanten Schäden verursachen. Voraussetzung ist eine strikte, glutenfreie Diät. (Quelle: DZG, Dr. med Tina Friesing-Sosnik, 2018)

…diskutiert wird, ob Zöliakiepatienten regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen sollten?

Eine Veröffentlichung in dem medizinischen Fachjournal Medicina im Juli beschreibt die Zusammenhänge einer glutenfreien Ernährung mit Nährstoffmängeln. Darin wurden 73 Studien ausgewertet und verschiedene Empfehlungen abgegeben. So stellate sich heraus, dass Patienten, die sich bereits länger glutenfrei ernährten, vor allem Defizite der Nährstoffe Vitamin B12 (30%), Eisen (40%) und Zink (40%) aufwiesen. Bei 20-25% der Patienten wurden außerdem Mängel der Nährstoffe Folsäure, Vitamin D und Calcium festgestellt. (Quelle: Rondanelli et al, Micronutrients Dietary Supplementation Advices for Celiac Patients on Long-Term Gluten-Free Diet with Good Compliance: A Review, Medicina, 2019) Diese Mängel lassen sich natürlich nicht nur mit Präparaten ausgleichen, sondern auch mit vollwertiger, glutenfreier Ernährung. Die Celiac Disease Foundation rät zu Früchten, Gemüse, Proteinen, Quinoa und glutenfreien Vollkorn Produkten. (Celiac Disease Foundation, News, 22.08.2019)

Welche Themen beschäftigen Dich denn besonders im Zusammenhang mit Deiner glutenfreien Ernährung? Ich würde mich über Deinen Kommentar freuen, in dem Du berichtest, welche Aspekte Deiner Diät Dich besonders interessieren!

Liebe Grüße,

Deine Marie

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