Ernährungstrends 2019

Was war, was bleibt, was kommt? Diese Frage habe ich mir neulich gestellt, als ich mich an einen Beitrag erinnerte, in dem ich über die Ernährungstrends 2018 geschrieben habe. Rückblickend würde ich sagen, mit der Hälfte der Prognosen lagen meine Quellen und ich richtig. Vegetarische und vegane Ernährung genießen tatsächlich eine nie da gewesene Popularität und auch das Thema Clean Eating, dass mit dem Ansatz des bewussten Essens einher geht ist en vogue.

Produktseitig gewannen vor allem Bowls, vegane Lebensmittel und Porridge an Bedeutung. Aber auch Gemüse, frische, regionale Zutaten wurden vermehrt nachgefragt. Als Trends im Low Carb Konzept werden Gemüsenudeln gehandelt und in der glutenfreien Ernährung munkelt man, sei Mandelmehl der neuste Hit. Ich gebe zu, dieser Trend ist bisher noch etwas an mir vorbei gegangen.

Was brachte das Jahr 2019?

Intervallfasten

Mehrere aus meinem Bekanntenkreis probierten den Diättrend Intervallfasten aus. Dabei sind drei Varianten besonders beliebt

– die 5:2 Diät

– die 16:8 Methode

– das Alternate Day Fasting

Wenn Du mich fragst, alles nicht ganz einfach durchzuziehen, aber wohl effektiv. Am Ehesten achbar ist wohl die 5:2 Diät, bei der man an 5 Tagen vollkommen normal ist und an 2 Tagen dann aber die Kalorienzufuhr reduziert.

Die 16:8 Methode erfordert schon deutlich mehr Disziplin, lässt man doch eine Mahlzeit am Tag weg und isst deswegen nur in einem Zeitraum von 8 Stunden am Tag und 16 Stunden nichts.

Alternate Day Fasting ist dann für diejenigen, die gut mit wechselnden Essensrythmen klar kommen. Ein Tag kann alles gegessen werden, am nächsten Tag nur 25% der Nahrungszufuhr – und das immer abwechselnd.

Die Erfahrungen meiner Freunde zeigen, dass die 5:2 Diät wohl ganz gut (ohne Frühstück) machbar ist. Erstaunt hat mich, dass auch die Wissenschaft diese Fastenkonzepte keineswegs schlecht heißt. Allerdings nur mit ärztlicher Beratung zu Beginn und nicht mit dem Ziel der Gewichtsregulierung. 

Insekten

Ich würde behaupten dieser Trend setzt sich langsamer als erwartet durch, aber er ist da. Es gibt 1000 Insektenarten die essbar sind und die meisten davon sind echte Proteinbomben und liefern große Mengen an Eiweiß, Kalzium und Eisen. Neben den gesunden Nährstoffen sind die Insekten bei quasi allen Lebensmittelunverträglichkeiten unbedenklich und können zudem wesentlich umweltfreundlicher gezüchtet werden. Schwierigkeit bleibt jedoch weiterhin die fehlende Akzeptanz, denn der Ekelfaktor spielt doch eine Rolle. Vor allem, weil Insekten Lebensmittel häufig mit einem gewissen Entertainment Faktor vermarktet werden. Abwarten – die Argumente FÜR die Verarbeitung und den Verzehr dieser Tierchen überwiegen definitiv.

Zuckerfreie Ernährung

Industrieller Zucker wird aus den verschiedensten Gründen zunehmend als schädliches Produkt angesehen. Dabei geht es weniger darum, dass Zucker per se schlecht ist, sondern einfach den inzwischen normal gewordenen übermäßigen Konsum. Versteckter Zucker ist kaum zu vermeiden und somit fällt es schwer in der alltäglichen Ernährung den Zuckeranteil zu reduzieren. Immer mehr Instagram Kanäle und Kochbücher greifen diese Herausforderung auf und unterstützen mit zuckerfreien Rezepten aller Art.

Nice Cream

Für mich relativ neu, aber zählt wohl noch gerade zu den Foodtrends 2019 statt 2010 ist die Nana Cream oder Nice Cream. Das gesunde Eis basiert auf gefrorenen Früchten, häufig Bananen, die püriert und mit Topics aufgepeppt werden. Ob Nüsse, Kerne oder Kakaonibs hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wenn du dann noch Alternative Milchvarianten zur herkömmlichen Kuhmilch verwendest, ist das Eis in der Regel vegan und frei von industriellem Zucker. Alles einfrieren und genießen! Steht definitiv auf der „Have-to-try Liste“.

Was bringt das Jahr 2020?

Snackification

Dieser Trend entwickelt sich offensichtlich aus dem zunehmenden Tempo der Gesellschaft, dass kaum Zeit für den Verzehr und die Zubereitung vollwertige Mahlzeiten lässt. Deswegen tritt das Phänomen der Snackification immer häufiger auf, dass das Ersetzen traditioneller Mahlzeiten durch viele kleine Snacks beschreibt. Schnell und flexibel lassen sich diese Mini-Mahlzeiten in den Alltag einbauen, ohne dafür Zeit einplanen zu müssen. Herausforderung für die Gastronomie und Handelsketten ist es nun gesunde, vollwertige Snacks anzubieten, um diesen neuen Bedürfnissen zu entsprechen.

Beyond Plastic

Beyond Plastic beschreibt den Ansatz seitens der Food Branche Lebensvermittelverpackungen aus Plastik zu reduzieren und seitens der Verbraucher Plastikverpackungen beim Kauf und Konsum zu vermeiden. Dahinter steckt ein wachsendes Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz, dass durch omnipräsente News zu dem Thema in den Medien gestärkt wird. Egal ob der erste vollständg geschmolzene Gletscher in Island, Freitagsproteste oder auch der Instagram Channel, der ein Projekt gegen Plastik in den Meeren unterstützt. Falls Du Dich für das Thema interessiert findest du hier mehr zu ‚Verpackungsmüll in der Lebensmittelindustrie‘ und dem ‚Unverpackt Konzept‘.

Urban Food

Eigentlich auch eher Philosophie, als ein neuer Ernährungs- und Produkttrend. Urban Food beschreibt den Ansatz das aktuelle Ernährungssystem, sowohl Konsum, Verarbeitung und Produktion, verstärkt zu hinterfragen. Was sind für Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln? Welche Alternativen gibt es zu tierischen Produkten? Wo kommt unser Essen her? Urban Food beschreibt also eher das zunehmende Bewusstsein für das Thema Ernährung und alle Aspekte, die damit zusammenhängen.

Ich bin gespannt, ob 2020 wirklich das Jahr wird, in dem sich die Food Branche tatsächlich langsam wieder auf die Basics unserer Ernährung zurück orientiert. Nach vielen Jahren voll mit Gesundheitstrends, immer bunteren Produkten und einer fast überfordernden Vielfalt, wäre es doch tatsächlich mal eine gelungene Abwechslung, wenn die Frage gestellt würde: Was und wie brauchen wir wirklich? Wie viel und schmälert diese Betrachtung wirklich den Genuss?

Wie siehst Du persönlich die aktuellen Ernährungstrends und Konzepte? Ich würde mich freuen, wenn Du in den Kommentaren von Deiner Einstellung zu Ernährung und Konsum berichtest!

Viele Grüße,

Deine Marie

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