Lebensmittelverschwendung vermeiden – Tipps für dich!

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Vor 2 Jahren habe ich bereits über die Problematik der Lebensmittelverschwendung geschrieben. Da unsere Gesellschaft auf ständigen Konsum ausgerichtet ist, sind wir die uneingeschränkte Verfügbarkeit von Lebensmitteln im Überfluss gewohnt. Du kennst das bestimmt auch: Du stehst im (Super)Markt und eine Gemüsesorte sieht besser aus als die Andere. Und bei allen drei Käsesorten läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wie soll ich mich da entscheiden? Häufig neigt man dann dazu zu viele frische Lebensmittel zu kaufen, einfach weil man sich in dem Moment nicht entscheiden kann, oder will. Die Gefahr in so einem Moment über den eigenen Bedarf hinaus einzukaufen ist groß. Aber welche Wege außer strukturiertem und geplantem Einkaufen und Kochen gibt es noch, mit denen du Lebensmittelverschwendung vermeiden kannst?

Hier einige Vorschläge von Konzepten, die den Ansatz verfolgen das Wegwerfen von Lebensmitteln zu reduzieren.

Überschussware zu vergünstigten Preisen

Die Lebensmittelverschwendung ist besonders signifikant in Gastronomien und Supermärkten. Während Supermärkte sich an Regularien halten müssen, gewisse Lebensmittel nach dem Ablaufen des Mindesthaltbarkeitsdatums zu entsorgen, kommt es bei Gastronomien teilweise zur Überproduktion. Viele Bäcker z.B. schmeißen Backwaren nach 2 Tagen weg und Gemüse & Obst, das leichte, optische Makel hat landet oft ebenfalls in der Tonne. Too Good to Go ist eine App in der sich verschiedene Märkte und Lokale registrieren können, um überschüssige Ware zu einem vergünstigten Preis anzubieten. Der Konsument kann die vergünstigte Ware dann über die App erwerben und zu einem festgelegten Zeitpunkt abholen. Ein Sushilokal kann z.B. spätnachmittags 10 Sushi Boxen für jeweils 5 statt 10€ zur Abholung um 21 Uhr einstellen, wenn absehbar ist, dass diese höchstwahrscheinlich sonst nicht mehr verkauft werden. Somit profitiert der Händler auf der einen Seite vom Zusatzerlös und der Konsument von den vergünstigten Preisen. Weniger Lebensmittel landen so im Müll.

Plattformen, die krummes Gemüse retten

Wenn du Lebensmittelverschwendung vermeiden willst, kannst du ein echter Held werden und krummes Gemüse retten! Genauso wie  etepetete, Rübenretter oder Querfeld, die es sich zur Aufgabe gemacht haben krummes Gemüse zu vertreiben. Vielleicht ist es dir nie bewusst aufgefallen, aber fast nie sieht man eine gebogene Möhre oder einen birnenförmigen Apfel im Supermarkt. Das liegt daran, dass „unförmiges“ Gemüse und Obst tatsächlich aussortiert wird und nur Produkte ohne Makel ihren Weg in die Regale finden. Dabei ist krummes Obst und Gemüse genauso frisch, lecker und gesund wie optisch Perfektes. Ein Missstand, den einige Unternehmen erkannt haben und gegen den sie durch die Angebote von krummem Gemüse etwas tun möchten. So kannst du bei etepetete privat Boxen mit krummem Obst und Gemüse bestellen. Querfeld wiederum bietet seine Produkte auch dem Großhandel an. Kunden des Großhandels verarbeiten die Produkte sowieso häufig sofort weiter und die Optik ist somit gar nicht erst relevant.

Unperfekte Produkte

Nicht konkret auf Lebensmittel spezialisiert ist der Online Shop Ecken und Kanten, der allerlei unperfekte Produkte mit kleineren Makeln anbietet. Das können Nahtfehler in Kleidungsstücken, verformte Spülmaschinentabs sein oder eben verschmutzte, leicht beschädigte Verpackungen von Lebensmitteln. Auch eine fehlerhafte Deklarierung kann ein Grund für das Aussortieren für ansonsten vollkommen intakten, frischen Lebensmitteln sein. Ein tolles nachhaltiges Konzept ,wie ich finde, dass eine gute Message transportiert: Produkten eine zweite Chance zu geben und dabei einen Mehrwert für alle Beteiligten zu schaffen. 

Verwendung eines kompletten Tiers – nach Bedarf

Das Konzept von KaufneKuh setzt bei der Problematik der Lebensmittelverschwendung an einer anderen Stelle an. Während die bisher vorgestellten Konzepte eine Reaktion auf den Überschuss von Produkten ist, versucht KaufneKuh so eine Überproduktion von Beginn an zu verhindern. Dafür orientieren sie sich zu 100% an der Nachfrage, bevor mit der Produktion, in diesem Fall der Schlachtung von Tieren, überhaupt begonnen wird. In dem Onlineshop kann man sich zwischen verschiedenen Fleischpaketen/-stücken entscheiden und somit seine Nachfrage und Kaufbereitschaft mitteilen. Erst wenn es genügend Nachfrage bzw. Käufe eines Tieres gab, sodass das ganze Tier verwertet werden kann, wird das Tier geschlachtet. Anschließend wird das Tier frisch, gekühlt an die Käufer verschickt. Zudem garantiert das Unternehmen artgerechte Tierhaltung. Dieses Modell gibt es übrigens auch bei einigen lokalen Bauern, bei denen man per Mail seinen Bedarf kommunizieren kann. Meldet man sich zu spät, ist das Tier bereits komplett verkauft und man muss auf die nächste Schlachtung warten.

Abschließend ist noch einmal zu betonen, dass Lebensmittelverschwendung vermeiden nicht zwingend Verzicht bedeutet. Es geht hauptsächlich um gute Planung des Lebensmittelverbrauchs und ggf. die Bereitschaft auf eine Alternative umzuschwenken. Auch etwas über den Tellerrand hinaus schauen kann nicht schaden, um zu erkennen, dass ein optischer Makel oft keinen Einfluss auf die Qualität eines Produkts hat.

So ganz kann die Rechnung doch nicht aufgehen, wenn 5 Minuten vor Schließung eines Supermarkts immer noch alle Regale mit frischen Lebensmitteln voll sind. Mehr Umdenken, weniger Wegwerfen wäre doch ein guter Plan, was meinst du?

Liebe Grüße,

Deine Marie

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