Der Nutri Score – die Lebensmittelampel

Am 30.September fiel auf EU-Ebene final die Entscheidung den Nutri Score einzuführen. Andere Modellvorschläge zur Kennzeichnung von nährstoffreichen Lebensmitteln konnten sich gegen den Nutri Score mit seinem simplen Ampelsystem nicht durchsetzen. Das Prinzip ist einfach – sind Produkte mit einem grünen A gekennzeichnet, sind sie gesund, wird ihnen das rote E verpasst, gehören sie zu den nährstoffarmen Lebensmitteln.

Wie wird der Nutri Score ermittelt?

Im Prinzip werden schlichtweg verschiedene Parameter, von denen die meisten bereits in der Nährstofftabelle erfasst sind, erfasst und anhand darin werden die Lebensmittel entsprechend bewertet. Dabei spielen Fett-, Zucker- und Salzgehalt, aber auch  Vitamine, Ballaststoffe und noch ein paar andere Inhaltsstoffe eine Rolle, ob das Produkt einen hohen oder niedrigen Nutri Score erreicht. Kurzum ist der Nutri Score eine vereinfachte Darstellung des Nährstoffgehalts. Entwickelt wurde das Modell von unabhängigen Ernährungswissenschaftlern.

Wie erfolgt die Einführung des Nutri Scores?

Anders als es sich z.B. Foodwatch gewünscht hat, wird der Nutri Score zunächst nicht verpflichtend. Dafür konnte aber auf EU Ebene ein Konsenz gefunden werden, sodass sich alle europäischen Staaten auf dieses Modell einigen konnten. Dabei wurde auch eine Studie berücksichtigt, bei der eine Umfrage den Nutri Score als sinnvollstes System ermittelte.

Nationen wie Frankreich führten den Score vor einiger Zeit ein und jetzt folgen große Lebensmittelhersteller. Konzerne wie Danone, Nestlé oder auch Edeka werden unter Anderem ihre Produkte freiwillig mit dem Score kennzeichnen.

Was bringt die Lebensmittelampel für Vorteile?

Der Grundgedanke ist einfach: auf einen Blick erkennen ob ein Produkt gesund oder ungesund ist. Das Ampelsystem macht’s möglich. Mehrere Wissenschaftliche Studien bewiesen den Nutzen eines solchen Modells und die Wirkung von Farben auf das menschliche Unterbewusstsein ist schon lange bekannt. Dabei kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich an der Ampel orientieren möchte oder nicht. Somit soll das Bewusstein für gesunde Ernährung einfach, aber effektiv verbessert werden. Langfristig sollen so dann Krankheiten durch eine gesündere Ernährung vermieden werden.

Was bringt die Lebensmittelampel für Nachteile?

Natürich gibt es auch Kritiker dieses Modells. Sie führen die folgenden Punkte an.

  • Poblematisch sehen Viele die freiwillige Basis des Nutri Scores und plädieren für eine verpflichtende Kennzeichnung.
  • Der Nutri Score sei zu stark vereinfacht und berücksichtige gewisse Nährstoffe und Zusatzstoffe nicht.
  • Der nachhaltige/ökologische Aspekt wird beim Nutri Score nicht bewertet.

Fazit

Der Nutri Score ist nicht perfekt – aber welches Modell wäre das schon?

Letztendlich muss man sich doch entscheiden, ob man eine einfache, schnell zu erkennende Kennzeichnung möchte oder eine Detaillierte. Meiner Meinung nach gibt es ausführliche Informationen zum Produkt schon seit Jahren auf Lebensmitteln, nämlich in der Zutatenliste und Nährwerttabelle. Der Score mit einer Farbskala gibt jetzt aber jedem die Chance mit einem einzigen Blick schneller einschätzen zu können wie gesund ein Produkt ist.

Kritisch sehe auch ich die Freiwilligkeit der Kennzeichnung. Wahrscheinlich ist das Risiko doch recht hoch, dass relativ wenige „rote Produkte“ den Nutri Score einführen werden. Ob Weingummihersteller und Chipsproduzenten da mitziehen wird sich zeigen.

Dennoch ist es definitiv ein Schritt in die richtige Richtung zur Stärkung des Bewusstseins für gesunde Ernährung. Das ist es doch worauf es ankommt!

Ich bin gespannt wie viele Produkte bald die Lebensmittelampel tragen werden und wie es den Konsum beeinflussen wird.

Viele Grüße,

Marie

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